Wo es eingesetzt wird

Ein Kongress, dem man in vierzehn Sprachen folgt

Der Redner spricht am Pult. Alle im Saal hören in ihrer Sprache auf ihrem eigenen Telefon — ohne Kabine, ohne Empfänger, ohne dass jemand an der Tür etwas austeilt.

Ein Kongress mit internationalem Publikum hat zwei übliche Auswege: Kabinen und Dolmetscher je Sprache und je Tag bezahlen, oder das halbe Publikum den Vortrag nur halb verstehen lassen. Dies ist ein dritter, und er ersetzt einen menschlichen Dolmetscher nicht in allem — das steht weiter unten, an seiner Stelle.

Woher der Ton kommt

Vom Pult des Saals oder vom Rednerpult. Auf einem Kongress gibt es bereits einen Tontechniker und ein Pult: Ein Aux-Ausgang wird abgegriffen und gesendet. Gibt es Parallelsäle, ist jeder ein eigener Raum im Panel, mit eigenen Sprachen und eigenem Link.

Wie es aufgebaut wird

  1. 1

    Der Techniker führt einen Aux-Ausgang vom Pult zum Kasten, oder der Ton der Software, die den Kongress schon streamt, wird angeschlossen.

  2. 2

    Je physischem Saal wird ein Raum angelegt, mit den Sprachen jener Sitzungen.

  3. 3

    Der Code steht im Programmheft, vor Beginn auf der Leinwand und auf der Kongress-Website.

  4. 4

    Danach steht das Transkript jeder Sitzung bereit und dient zugleich als Protokoll.

Warum es auf einen Kongress passt

Die Kosten wachsen nicht mit dem Saal

Dreißig Zuhörer oder tausend ist dasselbe: Berechnet wird das Sprechen, nicht die Zuhörer. Mit Kabinen ist jede weitere Sprache zwei weitere Dolmetscher.

Parallele Säle

Jeder Saal ist unabhängig, mit eigenen Sprachen und eigenem Link. Kein Vervielfachen von Technik oder Personal je Saal.

Am Vortag entschieden

Eine Sprache hinzuzufügen ist eine Änderung im Panel, keine Einstellung. Bestätigt eine Delegation in letzter Minute, fügt man sie hinzu und fertig.

Der Text bleibt

Jede Sitzung hinterlässt ihr Transkript mit Zeiten, in jeder Sprache, die offen war. Gut für Protokolle, für die Untertitel des Videos und für die Suche auf der Kongress-Website.

Wann ein echter Dolmetscher nötig ist

Bei einer Verhandlung, in der ein Wort einen Vertrag ändert, bei einer feindseligen Pressekonferenz, oder wenn der Redner improvisiert, sich selbst unterbricht und mit dem Saal scherzt. Ein menschlicher Dolmetscher versteht die Absicht und entscheidet; eine Maschine übersetzt, was gesagt wurde. Bei einem vorbereiteten Fachvortrag ist der Unterschied klein; bei einer angespannten Podiumsrunde nicht.

Was oft gefragt wird

Funktioniert es, wenn der Redner schnell spricht oder Akzent hat?
Mit Akzent gut: Es ist auf echten Stimmen trainiert, nicht auf Studiostimmen. In Eile ebenfalls — je mehr die Sprache ineinanderläuft, desto mehr verschwimmt sie allerdings, und das geht einem zuhörenden Menschen genauso.
Und wenn der Redner mittendrin die Sprache wechselt?
Ein Raum hat eine eingestellte Ausgangssprache. Wechselt jemand, wird dieser Teil schlechter. Für Sitzungen, in denen das bekanntermaßen vorkommt, ist ein Raum je Rednersprache das Vernünftige.
Können Fragen aus dem Publikum übersetzt werden?
Ja, wenn die Frage über ein ans Pult angeschlossenes Mikrofon läuft. Was nicht ans Pult kommt, wird nicht gehört.
Was kostet ein zweitägiger Kongress?
Gerechnet wird auf Sprache: zwei Achtstundentage mit je fünf Stunden tatsächlichem Vortrag sind zehn Stunden Sprache. In vier Sprachen sind diese zehn Stunden 20,5 Stunden Guthaben. Auf der Preisseite steht die Rechnung mit den Zahlen jedes Pakets.